MIA, DIE JÜNGSTE TEILNEHMERIN DER PONYFREIZEIT

Eine besonders schöne Sommerreise 2016, die Ponyfreizeit in Kooperation mit der Kreisjugendpflege des Landkreises Harburg

„Ich möchte noch hierbleiben“, sagte Leon als wir uns auf unsere Abreise vorbereiteten. Im Juni ging es für 24 Kinder und 7 Betreuer, gleich zu Beginn der Sommerferien auf Reisen. Alle hatten das gemeinsame Ziel auf der Ponyranch Lanwermann in Kalletal einen Teil der Ferien zu verbringen.


Am 24.6. trafen sich die Betreuerinnen und Betreuer mit den mitreisenden Kindern. Treffpunkt war der Parkplatz an der Berufsfachschule in Winsen. Die Aufregung der Kinder und Eltern war deutlich zu spüren. Die Kinder waren im Alter von 9 bis 14 Jahren. Das zeigte auch ein kennenlernen Spiel vor der Abreise. Wie die Orgelpfeifen sortierten sich die Kinder und kamen so ins Gespräch. Dann ging es mit dem Reisebus Richtung Nordrhein-Westfalen. Nach einer kurzen Pause am Flughafen in Hannover ging es weiter Richtung Kalletal. Kaum waren wir auf dem Hof angekommen, fragte Leon: „Darf ich hier Trecker fahren?“ Die Frage hatte er schon am Morgen gestellt.
Die Zimmerverteilung war schnell gemacht, die fünf Jungen in der Gruppe wurden in einem Zimmer untergebracht, dass Platz für 10 Kinder bot. Ankommen, Sachen auspacken, Kissenschlachten folgten. Die Zimmer waren ein herrlicher Rückzugsort, so viel Platz wie in den Zimmern unterm Dach war, ergab sich auch hier viel soziales Miteinander. Fast keines der Kinder kannte sich vorher.
Bei der Vorstellungsrunde der neu entstandenen Gruppen, jedes Zimmer hatte sich vorher einen Namen überlegt und ein Türschild geschrieben, sagte ein Junge aus der Gruppe: „Wir sind die Jungs WG, wir sind alle verschieden – jeder kann etwas anderes.“ Alle fünf standen sie da, vor der gesamten Gruppe und Leon und Marc mitten drin. Am Abend des zweiten Tages stellten wir in unserem neu entstandenem Team, aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landkreises und der Lebenshilfe fest, dass alles ein ganz normaler Kennenlernen Prozess von den Kindern ist. Sich vor Ort orientieren, die Unterschiede der Kinder untereinander festzustellen, wer mit wem gut auskommt, oder wo wer mit wem am liebsten spielt. Wen man mag, oder eben nicht mag, ganz gleich ob einem Kind eine Behinderung zugeordnet wird oder nicht.
Es gab auch unschöne Worte, Fragen, Scham und Bewunderung für die Besonderheiten von anderen Kindern. Es war für alle Betreuer deutlich zu sehen, wie die Kinder in Kontakt kamen und anfingen miteinander zu spielen.
Leons Wunsch Trecker zu fahren, wurde am vierten Tag erfüllt. So wie viele andere Wünsche auch erfüllt wurden. „Können wir mal ausreiten?“wurde gefragt, am nächsten Tag wurde ein kleiner Ausritt in zwei Gruppen gemacht, die Pferde waren sehr gelassen. Der Hof bot insgesamt viel Platz, einen großen Außenspielplatz zum toben und wenn in der Reithalle nicht geritten wurde, konnten die Kinder dort an einen Regentag spielen.
Der Hofhund Piet wurde schnell zum Freund von allen Kindern, auch von Marc, der eigentlich eher ängstlich Hunden gegenüber war. Doch Piet hatte schnell sein Herz erobert und so manches Spiel mit den anderen Kindern wurde unterbrochen, um Piet zu folgen.
Als wir, die zwei Mitarbeiterinnen der Mobilen Assistenzdienste, nach fünf Tagen mit vier Kindern nach Hause fuhren, verlies ein Teil der Gruppe den Hof. So gut hatten sich alle aufeinander eingelassen. Es hat viel Freude gemacht, zu sehen wie sich die Kinder aufeinander eingelassen haben, Rücksicht nahmen und sich mit den Besonderheiten des anderen arrangiert haben.
Es gab sogar Eltern die bei der Ankunft ihrer Kinder in Winsen, gleich fragten, wann wir im nächsten Jahr wieder losfahren und wie lange. Wir freuen uns schon heute auf die Reise im Jahr 2017.

Die Reise ist im Rahmen des Projektes in Kooperation mit der Kreisjugendpflege des Landkreises Harburg entstanden. Nach einigen Überlegungen war die Idee geboren, eine Reise auf einen Reiterhof zu organisieren. Es wurde ein passender Hof gesucht, der von Betreuern des Landkreises im Vorfelde sogar angeschaut wurde. Klar war schnell, dass ohne Fördergelder eine Reise auf einen Ponyhof recht teuer sein würde. Hierfür wurden Gelder bei der Aktion Mensch, der Stiftung der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg und bei Zukunftsräume im Landkreis Harburg beantragt. Die Stifter haben die Reise mit 1000 Euro unterstützt. Zukunftsräume hat 1500 Euro dazu gegeben. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die Geldgeber, die solch eine Reise damit ermöglicht haben.